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Dodge Charger R/T

Muscles & Luxury
Unterwegs im 2011er Dodge Charger R/T

Dass der Charger als Sixties-Muscle-Car-Legende 2006 ausgerechnet in Form eines Viertürers seine Wiedergeburt feiern sollte, wollte so manchem eingefleischten US-Car-Fan anfangs überhaupt nicht behagen. Doch der Charger der Gegenwart scheint seine Anhänger gefunden zu haben. Was nicht zuletzt dadurch belegt wird, dass Dodge den an der Seite des Challenger rollenden Muskelprotz als „all new Vehicle“ ins aktuelle Modelljahr geschickt hat. Dank US-Car-Spezialist Büsching aus Sulingen, hatten wir die Gelegenheit, in einem frisch importierten 2011er Charger Fahreindrücke auf deutschen Straßen zu sammeln.

Bereits äußerlich zeigt sich die zweite Generation der Wiederauflage des Charger sichtbar auf Vordermann gebracht. Seiner Verwurzelung in der Muscle-Car-Historie hat man beim aktuellen Modell mit gegenüber dem Vorgänger deutlicheren Design-Anleihen aus längst vergangenen Tagen Rechnung getragen. So zieren etwa die Flanken des 2011er Charger markant ausgeprägte „Scallops“. Auch das Heck zeigt sich angesichts des durchlaufenden Rückleuchtenbands unverkennbar Retro-mäßig, während frontwärts mit dem „Split Cross Hair-„Grill das neue charakterstarke Dodge-Antlitz auf Blickfang geht. Der auf dem Parkplatz von Büsching in der Morgensonne auf uns wartend, in auffälliges Toxic Orange gehüllte R/T weiß auf alle Fälle zu gefallen.

Der erste positive Eindruck setzt sich im Innenraum fort. Sauber verarbeitet und mit einer Lederausstattung sowie wertig wirkenden Soft-Touch-Materialien versehen zeigt sich das Interieur. Dank der rückwärtigen Türen können auch die Hinterbänkler komfortabel im geräumigen Fond Platz nehmen. Mir als relativ groß gewachsenem Fahrer scheint anfangs die Kopffreiheit ein wenig eingeschränkt, was sich jedoch durch das richtige Einstellen des elektrisch 8-fach zu justierenden Sitzes leicht beheben lässt. Sowohl die Fahrer-  als auch Beifahrerseite verfügen  dabei über eine Memory-Funktion. Trotz des sportlich angehauchten Interieurs kommt in gewisser Weise ein limousinenhaftes Feeling auf. Wozu auch bestens die üppige Ausstattung des Charger passt, den Büsching in der von uns gefahrenen Konfiguration für 46.500 Euro anbietet. Es mangelt  wirklich an nichts. So sind etwa die Ledersitze gleichermaßen vorne als auch hinten beheizbar. Die Klimaautomatik ist für Fahrer und Beifahrer getrennt regelbar, das Schiebedach wird genauso wie die beheizbaren Spiegel elektrisch betätigt. Ebenfalls beheizbar sind das Lenkrad und die vorderen Getränkehalter, die gleichzeitig aber auch über eine Kühlfunktion verfügen. Wiederum elektrisch verstellbar sind die Lenksäule und die Pedale. Eigentlich kaum zu erwähnen, dass der Dodge auch über solche Dinge wie elektrische Fensterheber rundum, eine Alarmanlage, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und „Keyless Go“ verfügt. Genauso wie dem Fahrer Tempomat, Servolenkung, Reifendruck- sowie Regensensoren, elektronischer Abstandswarner und ein Bordcomputer zur Verfügung stehen. Für In-Car-Entertainment sorgt eine 506-Watt-Anlage mit 8,4 Zoll-Touch-Screen, USB-Port sowie 9-Lautsprecher-System inklusive Subwoofer.

Trotz der wie erwähnt nicht anders als limousinenhaft zu bezeichnenden Features, lässt die Performance des Charger keinesfalls an seinen Muscle-Car-Genen zweifeln. Bereits die ersten zügig durchfahrenen Kurven bringen  die Qualität des verhältnismäßig straff abgestimmten Fahrwerks zur Geltung. Wobei ein gewisser Dämpfungskomfort jedoch keineswegs auf der Strecke bleibt und die Insassen selbst auf schlecht beschaffenen Fahrbahn-Passagen nicht über Gebühr malträtiert werden. Auch die Lenkung zeigt sich überzeugend direkt, und wenn man in die Eisen geht, packen die Zangen der innenbelüfteten Scheibenbremsen gut zu. Klarer Fall, dass bezüglich des Fahrwerks dem Stand der Technik entsprechende elektronische Helferlein wie etwa ESP im Einsatz sind. Es gibt allerdings auch das Knöpfchen für das sozusagen pure Fahrvergnügen bei abgeschalteter Traktionskontrolle…

Mal abgesehen von der Möglichkeit, es ungezügelt krachen zu lassen, darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass die Ingenieure den Charger mit einer überaus umfangreichen Sicherheitsausstattung versehen haben. So weist der Dodge mehr als 65 „Safety and Security“-Merkmale auf, wozu über das erwähnte ESP hinaus, ein adaptiver Tempomat (ACC) mit Kollisionswarnung (FCW) sowie ein Totwinkelassistent (BSM) gehören. Auch verfügt der Charger über eine Regenbremsunterstützung sowie einen Bergstartassistenten.

Während eines Stopps mache ich beim Einparken erstmalig Bekanntschaft mit der  Rückfahrkamera – eine trotz verhältnismäßig guter Rundumsicht hilfreiche Einrichtung mit überaus funktionalen Grün/Gelb/Rot-Koordinaten. Grün: alles im Lot, Gelb: aufgepasst, Rot: gleich geht er auf Tuchfühlung! Europäische Parklücken scheinen für den ausladenden Charger allerdings nicht gerade gemacht worden zu sein, und in unseren teilweise unsinnig engen Parkhäusern dürfte es wohl schon mal echt nervig werden. Also zurück auf freie Straßen!

Der Charger wird nicht mit einem Schlüsseldreh angelassen, sondern durch Drücken der Fernstartfunktion oder Betätigen des Tasters unterhalb des Armaturenbretts. Keineswegs aufdringlich erwacht der Hemi zum Leben. Nur mit wenig Gas gefüttert, gleitet der Koloss eher sanft dahin. Ein beherzter Tritt aufs Pedal wird jedoch  von einem kraftvollen, aber keinesfalls aufdringlichen Motorengeräusch und imposanten Vortrieb begleitet. Dank des 5.7-Liter-V8 stehen dem R/T 370 PS und 536 Nm zur Verfügung. Wobei die mittels einer sauber agierenden 5-Stufen-Automatik auf den Asphalt gebrachte Power ein souveränes Fahrgefühl vermittelt. Hektische Gangwechsel seitens der Automatik waren nicht zu registrieren und das Drehmoment voll auskostende Beschleunigungsvorgänge nahezu durchweg möglich. Keine Frage, der R/T ist ordentlich motorisiert. Wobei die für den 2012er Jahrgang angekündigte SRT8-Variante des Charger mit ihren 465 PS und 630 Nm noch merklich eins oben drauf setzen dürfte. Unverkennbares Muscle-Car-Feeling kommt aber auch bereits in dem von uns gefahrenen R/T auf. Und wer eben dieses Muscle-Car-Feeling in einem Dank geräumigen Fond sowie beachtlich großem Kofferraum uneingeschränkt alltagstauglichen Fahrzeug genießen möchte, für den könnte der Charger durchaus eine Alternative zum Challenger beziehungsweise Camaro oder Mustang sein.

Quelle: Chrome & Flammen 06/2011
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